Ausstellung über die Polen, die Juden retteten

Text: Ewa Maria Slaska

Zur Ausstellung im Rathaus Kreuzberg (21.11. bis 1.12.2017)

Yad Vashem „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“, ist die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistiche Judenvernichtung erinnert und sie wissenschaftlich dokumentiert. Allee der Gerechten unter den Völkern in Yad Washem ist gesäumt von Bäumen, die für die „Gerechten“ gepflanzt wurden – nichtjüdische Personen und Organisationen, die sich dem Nazi-Regime widersetzten, um Juden zu retten. Das Projekt wurde 1963 begonnen. Bekannteste Beispiele dafür sind der Deutsche – Oskar Schindler, unter den Polen – Wladyslaw Bartoszewski, Maria Kann und Irena Sendler, die 1942 den Rat für die Unterstützung der Juden „Żegota“ gründeten. Insgesamt rettete „Żegota“ Tausende von Juden, alleine Irena Sendler, von „Der Spiegel“ „Schindlers unbekannte Schwester“ genannt, hat 2500 jüdische Kinder aus dem Ghetto in Warschau geschleust.
Mit der Medaille der Gerechten wurden fast 7000 Polen geehrt; ungefähr 25% der Gesamtzahl der Ausgezeichneten. Die Polen stehen ganz oben auf der Liste der Nicht-Juden, die den Juden im Zweiten Weltkrieg geholfen haben. Die Zahl der Polen, die den Juden halfen, ist natürlich viel höher, und man vermutet, dass etwa 100.000 Polen die Medaille der Gerechten verdienten.

Das Thema ist kontrovers.
Die Polen meinen, man ehrt sie nicht genug für ihre Hilfe. Die Weltöffentlichkeit erinnert daran, dass die Rolle der Polen während des Krieges zweischneidig war, dass es polnische Judenpogromme gab und dass man die Juden sehr oft denunzierte, und wenn man half, dann nur aus Gier. Sicher ist, dass Polen das einzige Land der Welt war, wo man für Hilfe für Juden mit der Todesstrafe rechnen müsste. Sicher ist auch, dass viele Polen die Juden retteten und deren halfen.
Das Thema ist sehr kontrovers.
Agnieszka Holland drehte den Film „In der Finsternis“, über die Polen, die die Juden retetten. Pawel Pawlikowski den Film „Ida“, über die Polen, die die Juden umgebracht haben. Hollands Film wurde zum Oskar nominiert. Pawlikowskis Film erhielt den.
Wo liegt die Wahrheit?
Sechs Millionen Juden wurden während des II WK ermordet. Nur Einzelne wurden gerettet. Sie wurden von den Nazi-Deutschen ermordet, aber auch von vielen anderen, die mite den Nazis mehr oder weniger freiwillig zusammen gearbeitet haben.
Dies ist bitter. Aber auch bitter ist es, dass die Politik dieses schreckliches Thema für eigene Zwecke benutzt, wobei nur eines zählt: Das Leben der Opfer! Deren, die schrecklich umgekommen sind, und deren, die unter unmenschlichen Umständen gerettet wurden. Wie unsere Mütter und unsere Vätter, Mütter und Väter vieler Juden, die heute in Polen leben.