Lesung mit Emilia Smechowski

Lesung mit Emilia Smechowski

Donnerstag, 28. November 2019, 17.30 Uhr
Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Grunewaldstraße 3
12165 Berlin

Emilia Smechowski kam als Kind nach Deutschland. Als renommierte Reporterin kehrt sie nach Polen zurück, ihre fremd gewordene Heimat – um dort zu leben und um zu erkunden, was die Menschen des Landes umtreibt. Lange glaubten wir im Westen: Polen ist frei und demokratisch, ein junges europäisches Land im Start-up-Modus. Dann wählte die Mehrheit rechtskonservativ, es folgten Nachrichten von der Gleichschaltung der Presse, der Entmachtung der Gerichte – und unser Bild zerbrach. Für Emilia Smechowski ist Polen Heimat – eine Heimat, die sie als Kind verließ und in die sie nun mit ihrer Tochter zurückkehrt, um dort zu leben, als Bürgerin des Landes.

Sie beschreibt eine zerrissene Nation: Der Riss geht durch die Familien, er ist präsent, wenn beim Sonntagsessen über Politik gestritten oder geschwiegen wird. Smechowski erzählt vom Alltag voller Widersprüche, sie spricht mit Politikern wie Bauern, sie reist in Städte und abgelegene Gegenden, um zu verstehen: Was ist seit 1989 passiert, dass so viele Menschen nicht mehr an den Wert der Freiheit glauben?

Die Autorin Emilia Smechowski fotografiert in einer belebten Straße

Bild: Anna Szkoda

Emilia Smechowski, 1983 in Polen geboren, floh mit ihrer Familie 1988 nach Westberlin. Sie studierte Operngesang und Romanistik in Berlin und Rom, war Redakteurin der Tageszeitung und arbeitet heute als freie Autorin und Reporterin, u. a. für Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Sie wurde für ihre Reportagen vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Deutschen Reporterpreis. 2017 erschien von ihr “Wir Strebermigranten”.