Meine Kindheit in Stettin

Am 14.10.2017 wurde im Regenbogenkino der Film: Eine Kindheit in Stettin  gezeigt. Die Regisseurin, Wioletta Weiß, war anwesend.
Sie hat den Film im Auftrag des NDR gedreht, in dessen Programm er auch schon seinen Platz fand.
Ausserdem arbeitet W.W. für die Sendung   Kowalsky und Schmidt, die seit Neuem jeden Samstag im Nachmittagsprogramm des RBB gezeigt wird. Ich persönlich finde diese Sendung immer sehr interessant, weil sie mich mit – mir Unbekanntem – aus Polen , manchmal sogar aus Berlin und Brandenburg bekannt macht.
In dem Film, von dem hier die Rede ist, kommen mehrere Männer und  Frauen zu Wort, die in und im Umland von Stettin geboren sind.
Viele Zeugnisse der ersten Schrittchen wurden von der Mutter eines der Protagonisten mit einer Schmalfilmkamera aufgenommen und von Wioletta W. in ihren Dokumentarfilm eingefügt. Zusammen mit den Erzählungen der Protagonisten ergibt sich zuerst ein Bild von einer idyllischen Kindheit auf dem Lande. Im 2. Teil des Filmes wird dieses Bild der Harmonie jedoch jäh getrübt durch die Erzählungen eines ehemaligen Bauernsohnes, der von Flucht in den Wald, Rückkehr ins Dorf, Angriff auf Leib und Leben, bes. der Frauen, durch russische Soldaten und endgültige Flucht vor dem Schrecklichen zu berichten weiss.  Trotz dieser traumatischen Erlebnisse ist gerade er es, der immer wieder in sein altes Dorf fährt, den Menschen in seinem ehemaligen Haus bei der Modernisierung des Gehöftes hilft und immer mal wieder in die Oder springen muss, um das Gefühl “Heimat” intensiv zu spüren.
An die Vorführung des Filmes schloss sich ein interessantes Gespräch mit der Regisseurin an, in dessen Verlauf die Begriffe Kindheit,  Heimat, Flucht und Vertreibung eine wichtige Rolle spielten. Leztere Begriffe sind die Namensgeber für das  – im Bau befindliche – Museum  im ehemaligen Deutschland-Haus in Kreuzberg.  Wioletta Weiß wird hoffentlich ihren sehenswerten Film, der hier nur rudimentär vorgestellt wurde, ins Repertoire einfügen dürfen.