Nochmals Fotospaziergang Stettin

Ein persönlicher Bericht vom:

Mit der Camera durch Stettin am 6.12.2015

Veranstaltet von Städtepartner Stettin e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Skolwin (Dom Kultury Klub Skolwin)

Prolog:

Bereits einige Tage zuvor sollte der Ausflug nach Stettin seine Schatten vorauswerfen. Auf einmal musste meine liebste Freundin unbedingt eine Thermosflasche kaufen. Gesagt getan, allerdings hatte ich eine Bedingung: Die Thermosflasche musste geschirrspülerfest sein. Ich kann nur sagen, das Drama nahm seinen Lauf. Aber um den Kauf einer Thermosflasche soll es in diesem Bericht nicht gehen, obwohl man damit einige Seiten Papier füllen könnte. Es begab sich am Nikolaustag des Jahres 2015, wohlgemerkt ein Sonntag, dass einige Berliner etwas früher als gewohnt in ihre geputzten Stiefel schauten. Zumindest einer von ihnen fand darin die Einladung zum Fotospaziergang in Stettin. Ohne zu wissen warum war ich gezwungen worden an diesem Sonntag bereits um 6:00 Uhr aufzustehen um nachzusehen, ob der Nikolaus schon da war. Nun hieß es schnell machen, denn bereits um 7:45 Uhr sollte der Treffpunkt am Bahnhof Gesundbrunnen sein. Also duschen, Frühstück einpacken und vor allem Tee in die neue Thermosflasche einfüllen. Ein kurzes Streitgespräch ob Auto oder U-Bahn und Abfahrt mit der U-Bahn um „pünktlich“ um 8:00 Uhr am Gesundbrunnen einzutreffen. Meine Laune wurde einzig durch die Information aufgehellt, dass der Zug erst um 8:05 Uhr abfahren sollte. Hier muss ich ein kleines Zwischenspiel einbauen: Irgendwo pünktlich anzukommen gelingt mir seitdem ich mit meiner Freundin zusammen bin nicht mehr. Böse Zungen würden nun behaupten, dies liegt entweder daran, dass Agata eine Frau oder wahlweise eine Polin ist. Ich halte beides für ein riesiges Vorurteil, wir kommen trotzdem äußerst selten pünktlich und ich stehe meistens deswegen unter Stress. Wie immer war dieser Gemütszustand völlig unnötig und am Zug nahm uns Dorota in Empfang, notierte unsere Namen auf dem Brandenburg-Ticket und zeigte uns wo die Reisegruppe saß. Geschafft!

Agata und Axel (12) Agata und Axel (11) Agata und Axel (10) Agata und Axel (9) Agata und Axel (8) Agata und Axel (7) Agata und Axel (6) Agata und Axel (5) Agata und Axel (4) Agata und Axel (3) Agata und Axel (2) Agata und Axel (1)
Über die Zugfahrt gibt es wenig zu berichten. Bereits hier wurden die ersten Fotos gemacht und vielleicht erwähnenswert: Der Zug fuhr pünktlich um 9:48 Uhr in den Stettiner Bahnhof ein. Hier erwartete uns bereits Herr Maciej Dobromilski, „Besitzer, Reiseleiter und Stadtführer von Fair-Play Travel“ in Stettin. Bei der herzlichen Begrüßung und einer Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten, die eventuell durch den gerade laufenden Umbau des Bahnhofes entstehen könnten, wurde ersichtlich wie groß die Reisegruppe doch war. Zu den 21 aus Berlin angereisten Teilnehmern gesellten sich hier nämlich noch 13 Teilnehmer vom Kulturhaus Skolwin aus Stettin. Und los gings! Unter fachkundiger Leitung wurden nun eines der ältesten Bahnhofgebäude Polens, die aus Berlin stammenden Tatra-Straßenbahnen, das Hauptpostamt, die Bibliothek, das Geburtshaus Katharinas II, Kirchen, das Renaissanceschloss der Pommerschen Herzöge, das zukünftige Solidarność-Museum und die nagelneue Philharmonie besucht und abgelichtet. Neben den architektonischen Schönheiten, die hoffentlich auf den Fotos der Teilnehmer zu finden sind, gab es viele Informationen aus Geschichte und Gegenwart der Stadt Stettin:

SZCZECIN (der polnische Name der Stadt) liegt im Nord-Westen Polens, ist die Hauptstadt Westpommerns und der deutsch-schwedisch-polnischen Euroregion Pomerania. Früher war Stettin die Hauptstadt des Westpommerschen Fürstentums. Stettin verfügt über eine 1000-jährige Geschichte geprägt durch Polen, Pommern, Dänen, Schweden, Franzosen, Preußen, Deutsche und wieder Polen. In Stettin wurden zwei russische Zarinnen geboren, darunter die berühmte Katarina II. Beide haben hier ihre Jugend verbracht. Deutsche Kaiser hinterließen ihre Spuren. Alfred Döblin wurde hier geboren. Bismarck und viele andere waren zu Besuch. In Stettin ist seit 101 Jahren ohne Pausen das älteste Kino der Welt in Betrieb UND hier wurde die Solidarność gegründet!

Unser Reiseleiter verstand es hervorragend alle Informationen auf deutsch und polnisch an die Frau und den Mann zu bringen. Gelegenheit dazu gaben die Aufstellungen zu diversen Gruppenfotos bei denen sich die Gruppe auch körperlich näherkam. Obwohl es für Anfang Dezember ungewöhnlich warm war vernahm ich aus dem polnischen Teil der Gruppe relativ früh den Wunsch zum Tee trinken. Als wir gegen 12:00 Uhr im Cafe 22 eintrafen, verstand ich auch warum. Hier war es ganz offensichtlich, vordergründig nicht um den Tee gegangen, sondern um den Ausblick. Vom in der 22. Etage gelegenen Cafe 22 hatten wir einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt. Von hier oben wurde der parisähnliche Stadtplan Stettins mit seinen Sternenplätzen erkennbar. Diese sind übrigens nach dem Muster der Sternenkonstellation des Orion angeordnet.

Im Anschluss gab es eine kleine Unterbrechung des Stadtrundgangs und Gelegenheit zum Einkaufen. Im katholischen Polen haben jeden Sonntag die Geschäfte geöffnet und so nutzten alle die Gelegenheit zu einem kleinen Abstecher in die riesige Galaxi Shopping Mall.

Nun also weiter durch Parks und über Plätze zur Oder und zum wohl bekanntesten Bauensemble in Stettin. Die 500 Meter lange Hakenterrasse ist benannt nach einem ehemaligen Oberbürgermeister namens Hermann Haken, liegt direkt am Oderufer und bietet den Blick auf den alten Industrie- und den neuen Yachthafen. Am Oderufer entlang führte uns unser Weg nun in die Altstadt. Vorbei am Wohnhaus Döblins, zweier Rathäuser und der Kunsthochschule ging es zum Mittagessen ins Restaurant Sami Swoi. Der Name stammt übrigens vom gleichnamigen polnischen Film, der passend zu unserem Ausflug in der deutschen Übersetzung „Wir sind doch Freunde“ heißt. Hier kamen dann alle ins Gespräch und die bunt zusammengewürfelte Truppe fand sich endgültig zusammen. Da machte es auch nicht aus, dass wir auf das Essen etwas länger warten mussten. Kurzentschlossen wurde entschieden einfach mit einem späteren Zug zurückzukehren und so bestand noch Gelegenheit kurz über den kleinen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Im Zug verging dann die Zeit wie im Fluge. Alle tauschten sich über den Tag aus und zeigten sich ihre Fotographien. Ich bin gespannt welche Bilder für den ausgelobten Fotowettbewerb ausgewählt werden und freue mich schon auf den Besuch der Ausstellung. Ich denke einige der Teilnehmer werden sich bei späteren Aktionen des Städtepartner Stettin e.V. wiedersehen. Wir sind auf jeden Fall wieder dabei! Vielen Dank für den wunderschönen Tag sagen

Axel & Agata.