Ost|geprägt? Der lange Schatten der Wende

Ost|geprägt? Der lange Schatten der Wende

2019 – das sind 30 Jahre Friedliche Revolution. Es sind aber auch 70 Jahre DDR. Und für gar nicht so wenige Menschen ist vor allem dies ein Grund zu feiern. Die „glücklichste Etappe der deutschen Geschichte“ war die Deutsche Demokratische Republik für die vielen hundert Menschen, die im Oktober in Berlin mit Soljanka, Bockwurst und Egon Krenz das Jubiläum der DDR-Gründung begingen. Und diese oft als „Ostalgie“ belächelte Absage an die politische Gegenwart ist keineswegs nur ein ostdeutsches Phänomen. Auch in Tschechien und Polen ist drei Jahrzehnte nach der „Wende“ ein Gefühl der Ungerechtigkeit, des Abgehängt- und Ausgegrenzt-Seins weit verbreitet. Dieses Gefühl ist die Ursache für gesellschaftliche Spaltungen, wirtschaftliche Disparitäten und politische Erdbeben. Es bildet den Nährboden für Populisten, Nationalisten, reaktionäre, illiberale und extremistische Kräfte.

Kann es eine gemeinsame Erfahrung der Transformation geben? Wer sind sie – die wirtschaftlich und sozial Benachteiligten, die in der Umbruchszeit auf der Strecke geblieben sind? Haben sie etwas gemeinsam? Und wo ordnen sich individuelle Erfahrungen und Identitäten ein, die nicht ins Kollektiv passen? Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolutionen widmen wir uns denjenigen Schicksalen, die nicht durch den „wind of change“ mitgenommen wurden und dennoch einen großen Einfluss darauf haben, wie die europäische Gegenwart und Zukunft gestaltet werden.

Es diskutieren:

Libusĕ Černá, Leiterin des Festivals für grenzüberschreitende Literatur globale°, Dozentin an der Hochschule Bremen, Vorsitzende des Bremer Rates für Integration

Dr. Judith Enders, stellv. Vereinsvorsitzende Perspektive hoch drei

Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, Direktorin des Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien

Moderation:

Dr. Tomáš Sacher, Direktor des Tschechischen Zentrums Berlin

Dr. Andrea Despot, Direktorin, Europäische Akademie Berlin

Die Talkrunde ist eine gemeinsame Veranstaltung der Europäischen Akademie Berlin und des Tschechischen Zentrums Berlin und findet im Rahmen der Europäischen Freiheitswochen statt. Weitere Partner und Förderer: Institut in.Europa in Warschau, Association for International Affairs in Prag, Deutsch-Polnische Gesellschaft, Deutsche Nationalstiftung, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds, Bundesstiftung Aufarbeitung und Auswärtiges Amt.

Das Programm und Anmeldeformular finden Sie auf der Website der EAB!

Wann: 26. November, ab 18 Uhr

Wo: Europäische Akademie Berlin, Bismarckallee 46/48, 14193 Berlin