Quistorp, Rembas und Slaska

Michał Rembas organisierte am 16. Februar eine offizielle Präsentation des Buches “Ich bin nicht tot – Nie umarłem”  in der Stadtbibliothek in Stettin. Ewa Maria Slaska, die Herausgeberin des Buches, seine Mitautorin und Vorsitzende unseren Vereins, reiste zu der Veranstaltung aus Berlin.

Das Wetter war schön, und da es noch ein Bisschen Zeit zur Verfügung stand, fuhren beide Autoren – Slaska und Rembas – noch schnell zu Ruinen vom Quistorp-Turm in Stettiner Stadtteil Pogodno.

Der Quistorp-Turm entstand in den Jahren 1900-1904. Errichtet hat ihn Martin Quistorp zum Gedenken an seinen Vater Johannes. Das Bauwerk gehörte einst zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt und galt als beliebtester Ausflugsort Stettins. Im unteren Teil des Turmes befand sich ein Cafe. Den Rundblick auf die Umgebung konnte man von mehreren Etagen bewundern. Der Sockel bestand aus behauenen Granitblöcken im neoromanischen Stil. Den Baustein brachte man aus den Steinbrüchen auf Rügen, also von dort, wo sich heidnische Tempel Arkona befand, Kultort der alten Slaven, die in Arkona ihren Gott Świętowit verehrten. Diesem Umstand verdankt die ganze Umgebung vom Quistorp-Turm seinen heutigen Namen: Arkona Wäldchen – Lasek Arkonski. Früher hiess dieses Fleckchen Eckerberger Wald.

Auf dem Sockel setzte man den eigentlichen Turm aus Ziegelsteinen auf, der teilweise mit Keramik
verziert war. Der Turm wurde im neogotischen Stil errichtet.

Entworfen hat  den Turm der Berliner Architekt Franz Schwechten. Die Eckpfeiler des Sockels wurden bekrönt mit zwei Betonskulpturen – den allegorischen Figuren des Handels und der Industrie, geschaffen von dem Berliner Bildhauer Ludwig Manzel (eine ist vor ein paar Jahren… geklaut worden und bis heute wundert man sich – wozu und wie? wer braucht so ein Betonklotz?) Anfangs des 20. Jahrhunderts übertrug Martin Quistorp das Bauwerk und den umliegenden der Stadt Stettin. Die Umstände der Turmzerstörung im Jahr 1945 blieben bis heute unbekannt.

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Fotos Ewa Maria Slaska am 16.02.2017

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Die Veranstaltung in der Stadtbibliothek war sehr gut besucht und das Publikum interessierte sich sehr für die Bücher und für die von Rembas vorgeschlagen Ausflüge in Stettin und in Berlin.

O Schwechtenie po polsku