Steffen Möller und wir

steffenmoellereinladungEin Abend mit Steffen Möller
Am 20.4. 2016 hatte der Kinosaal der Regenbogenfabrik einen prominenten Autor , Kabarettisten und Schauspieler zu Gast, Steffen Möller.  Die Tatsache, dass er in Polen bekannter ist als in Deutschland ( Wuppertal ausgenommen) war im  Begrüßungsritual der Gäste deutlich sicht- und hörbar, denn es wurde auf Wangen geküsst,  umarmt und laut  ” Dzien dobry ” gerufen.  Genau diese Rituale beschreibt Steffen Möller gern in seinen Büchern und griff er auch an diesem Abend auf, um in bekannt charmanter Weise seine Fans im Zuhörerkreis zu begrüßen und seine deutschen Leser aufzuklären.
2016 Steffen Möller

2016 Steffen Möller in der Regenbogenfabrik. Ein Abend von Städtepartner Stettin e.V. in Kooperation mit dem Kulturprogramm der Regenbogenfabrik. Foto Christine Ziegler

Aus seinem neuen Buch “Viva Warszawa” las er an diesem Abend wenig, denn er stellte immer wieder Fragen an sein Publikum.  Sein Dialog mit seinen Gästen bezog sich  hauptsächlich auf das Verhältnis  zwischen Polen und Deutschen, die zum Teil immer noch durch die leidvollen Erfahrungen der Eltern- und Großelterngeneration geprägt sind. Seine spontane Saalumfrage zum Thema “Emigration für immer”, die zwar von niemandem richtig ernst genommen, aber dennnoch akzeptiert wurde, ergab, dass die meisten Immigranten in Berlin nicht für immer nach Polen zurückgehen möchten, schon gar nicht unter der momentanen Regierung. Steffen Möller, der selber in Warschau verheiratet war mit einer Einheimischen, quittierte dieses Ergebnis mit einem verschmitzten Lachen. Er kann sie verstehen, die Migranten, denn er pendelt, wie sie,  zwischen den zwei Staaten, Ethnien, Mentalitäten und Entwicklungen, die in Warschau, Breslau, Krakau viel rasanter vor sich gehen als in “Old Germany” bisher hin und her. Auf Spekulationen zu politischen Entwicklungen,  hier wie dort und zueinander wollte sich der binationale , multikulturelle “Pan Stefcio” nicht einlassen. Er fühlt sich wohl,  hier wie dort , besonders jedoch im Speisewagen der polnischen Staatsbahn PKP.

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