Stettiner Berliner

und Szczecińska Berlińska

ein neues Projekt von Ela Kargol und Irena Mitręga

Zwei Straßen, zwei Städte und zwei Frauen…

Berlier Straße in Stettin heißt heute Mieszka I und liegt im Stadtteil Gumieńce.

Gumieńce ist die erste Bahnhaltestelle, wenn man mit dem Zug aus Berlin kommt.
Mieszko I., aus der Herrscherfamilie der Piasten, war ein slawischer Fürst, der erste Herrscher im Gebiet des heutigen Polen. Er war ab etwa 960 Herzog von Polen. Sein Sohn Boleslaus der Mutige war der erste polnische König.

Vor dem Krieg gab es an der Berliner Straße ein Zuckerwerk und somit auch viel Verkehr. Die Straße liegt heute am Rande der Stadt, wo es nichts gibt und oft wissen die Stettiner selber nicht, dass es diese Straße gibt.

Stettiner Straße in Berlin liegt in Wedding. Auch keine sehr vornehme Straße, aber doch viel zentraler liegend als die Stettiner “Schwester”. Bei der Fussbalmeisterschaften im Juni 2018 beobachteten hier Irena und Ela nicht nur Fans der Deutschen Mannschaft, sondern auch der Polnischen.

Ansonsten aber ist das Leben hier eh ruhig und versteckt sich hinter den geschlossenen Fenstern.
Auch hier gab es früher ein reges Leben, mit dem Stettiner Bahnhof gleich um die Ecke, dem Stettiner Tunnel und paralell zur Stettiner Straße verläufender Bahnlinie Berlin – Stettin. Eine vom Grünamt Wedding errichtete Tafel erinnert daran. Sie ist jedoch sehr hinter der Fastfood-Buden versteckt und so beschmiert, dass man kaum etwas lesen kann.

Die Arbeitsgruppe hat jedoch weitgehende Pläne, die beide Strassen und somit auch die Tafel betreffen. Man möchte das Grünamt überreden, die Tafel zu renovieren. Ausserdem möchten die Frauen einen Ausflug organisieren, einen Vortrag und Begehung, eine Ausstellung, einen Film, ein Buch, vielleicht gar Mal ein Strassenfest… Alles ist möglich, was die in erweiterter Gruppe tagende Initiatorinnen gerade bestimmt haben. Die Gruppe traf sich am 1. juni 2018 im Garten von Ela. Somit ist ein schöner Stettiner Ort in Berlin entstanden…

Elżbieta Kargol

Zwei Städte,
zwei Straßen,
Stettiner, Berliner.
Sie leben und beben
wie damals, so heute.
Straßen machen Leute.

Die Bahn nach Stettin,
der Weg nach Berlin.

Man hat schon vergessen,
wie damals mit den Zügen
fuhr jeder Berliner
gen Ostsee zum Vergnügen.

Man hat schon vergessen,
wie an der Berliner Straße
Felder und Wiesen
standen gelassen.

Zwei Städte so nah
und trotzdem weit weg.
Sedina fast am Meer,
der Bär an der Spree.