Stettiner Carree

Entedckt bei dem Besuch auf dem Fernsehturm


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleiner Stettiner Bahnhof in Berlin

 

 

 

Den Krieg und die deutsche Teilung hat er, wenn auch stark beschädigt, überstanden und nicht das Schicksal des größeren, repräsentativeren Stettiner Bahnhofs geteilt. Vielleicht deshalb, weil er kleiner war und seine Instandsetzungskosten überschaubar waren.

Unscheinbar und versteckt zwischen höheren Gebäuden, die zum Areal der Deutschen Bahn gehören und Stettiner Carré genannt werden, begeistert er die Augen jeden Betrachters.

Die Stettiner Bahn und der Bahnhof wurden im Jahre 1842 eröffnet. Seit 1870 begann der Ausbau des Bahnhofs, der 1876 vollendet wurde. Um dem ständig wachsenden Fahrgastaufkommen gerecht zu werden, beschloss man die Fernbahn von der Vorortbahn zu trennen. Zunächst ist 1891/92 ein Bahnstieg gebaut worden, dann 1896 nach den Plänen des Eisenbahnbauinspektors Armin Wegner ein Bahnhofsgebäude der Vorortbahn, das Stettiner Vorortbahnhof und umgangssprachlich kleiner Stettiner Bahnhof genannt wurde.

 

 

Im Baustil knüpfte er an das prachtvolle Gebäude des Stettiner Bahnhofs. Er ist zweigeschossig aus gelbem Ziegelstein gebaut. Seine Front besteht aus einem dreiachsigen Eingangsportal sowie einem großen halbrunden Fenster darüber, das ebenfalls dreiteilig ist und das innere der Bahnhofshalle, die an eine Basilika erinnert, erhellt.Inspiriert wurde der Architekt vom Arkadien Stil, dem er bei seinem Projekt einige Renaissance Elemente beifügte.

 

 

Als 1936 der unterirdische S-Bahnhof und der Nord-Süd-Tunnel eröffnet wurden, wurde der Vorortbahnhof stillgelegt. Bis zu seiner Komplettsanierung 2011 wurde er als Lager benutzt. Das Gebäude fasziniert weiterhin, obwohl ihn mit dem Bahnbetrieb nichts mehr verbindet: Anfang 2012 eröffnete hier „Nordbahnhof-Two Buddhas“, ein auf asiatische Küche spezialisiertes Restaurant.

Er ist der einzige Zeuge der ehemaligen Pracht der Stettiner Bahn und des Stettiner Bahnhofs in Berlin.

 

Text und Bilder Ela Kargol

Aus dem Polnischen von Irena Mitrega