Unser Projekt Hermann Stöhr – Stanisław Kubicki 2017

Hermann Stöhr
(1898–1940)

Das unmissverständliche Nein

Stanisław Kubicki
(1889–1942)

„Nicht unsere Werke sind wichtig, sondern das Leben”

Zur Erinnerung:
Hermann Stöhr * 4. Januar 1898 in Stettin;
† 21. Juni 1940 in Berlin-Plötzensee (hingerichtet)
ein deutscher Schriftsteller, Publizist, Verleger und Doktor der Staatswissenschaften, tätig in Stettin und Berlin
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_St%C3%B6hr
Stanisław Kubicki * 20. Januar 1889 in Ziegenhain in Hessen; † Juni (?) 1942 im Gestapo-Gefängnis Pawiak in Warschau (zum Tode gefoltert)
ein polnischer Maler, Vermittler zwischen der deutschen und polnischen Avantgarde, tätig in Berlin und Posen
https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Kubicki
In ihrer Biographien gibt es wichtige Gemeinsamkeiten
– fast dieselbe Lebenszeit – Kubicki war 10 Jahre älter
– tiefe soziale Prägung ihrer Taten – Engagement für armen, sozial Benachteiligten
– tiefer Pazifismus
– tiefes Christentum
– beide engagierten sich gegen den Naziregime und zahlten dafür mit ihrem Leben
X

Sie sind beide Vorreiter der deutsch-polnischen Versöhnung und Symbolfiguren der modernen deutsch-polnische Beziehungen

Die Vorstufe des Projekts fand schon 2016 statt. Am 13. September gab es in der Regenbogenfabrik einen doppelten Vortrag über Stanisław Kubicki von Dr. Lidia Głuchowska aus der Universität in Zielona Góra und über Hermann Stöhr von Jochen Schmidt aus der Friedensbibliothek – Antikriegsmuseum in Berlin. Beide sind auch Kuratoren einer doppelten Ausstellung, die wir  2016 in Stettin und  2017 in Berlin präsentierten.

Im Oktober / November 2016 wurde diese Ausstellung in Książnica Pomorska (Stadtbibliothek) in Stettin gezeigt. Von der Vernissage am 28. Oktober mit den Vorträgen über beide Protagonisten berichteten Stettiner Tageszeitung Kurier Szczeciński sowie Radio Szczecin.

2017 begann das Projekt am 2. Mai mit der Vernissage im Rathaus Kreuzberg.

Es gab eine kleine Musikeinlage von Hans-Martin Fleischer vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie Kuratorenführungen und den Vortrag von Dr. Lidia Głuchowska.


Fotos (von oben nach unten) Anne Schmidt, Agnieszka Wesołowska, Krystyna Koziewicz

 

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Am 21. Mai gab es in der Berlinischen Galerie einen Vortrag von der Kuratorin der Stanisław-Kubicki-Ausstellung über die dort gezeigten Werke von ihm und seiner Frau  Margarete.


Kuratorin mit den Studenten aus Zielona Góra zwischen den zwei Bildern von Kubicki; links Kirche vor der aufgehender Sonne, rechts – Ekstase; Foto Patrycja Sterna-Wilczek.
Unten: Kuratorin mit den Studenten aus Zielona Góra vor den Bildern von Margarete Kubicka, foto Tri Minh Nguyen

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Am  Montag 22. Mai  gab es ein Workshop für acht Berliner und Stettiner Kindern aus der Marianne-Cohn-Sonderschule in Berlin.

Die Ausstellungskuratorin Dr. Lidia Gluchowska  kam mit zwei Assistenten (Erasmus-Studenten aus Vietnam Tri Minh Ngutyen und Sinh Truong Nguyen) und machte einen kleinen sehr lebendigen Vortrag   „Der Turmbau zu Babel Stanislaw Kubickis – Geschichte, Symbolik, Inspiration für die Gegenwartskunst”. Sie erzählte über Kunst und was die Kunst uns sagt: Dass wir gemeinsam mehr schaffen als Einzelne und dass man zusammenarbeiten soll auch wenn wir verschiedene Sprachen benutzen.


Turmbau zu Babel, Grafik von Stanisław Kubicki, Grundlage der heutigen Workshoparbeiten und des Vortrags der Kuratorin (Foto Tri Minh Nguyen)

Dr Patrycja Wilczek-Sterna ebenfalls von Universität in Zielona Góra und ihre zwei Asisstentinen (Kunststudentinen – Katarzyna Smugarzewska i Marta Olejnik) leiteten die Kunstworkshop  „Mein  Turmbau zu Babel” durch.

Jedes Kind stellte während des Workshops  zwei Werke her – eins für sich und eins für die Ausstellung.

Während des Projekts wurde ein Film gedreht und es wurden auch Fotos gemacht.

Für die Kinder und allen Mitwirkenden gab es den kleinen zweiten Frühstück mit selbstgebackenen Kuchen und den Beelitzer Erdbeeren. Die Schüler könnten auch verschiedene Puzzles und Kuscheltiere mitnachhause nehmen.

Alle waren wir mit dem Workshop sehr zufrieden und die Lehrer meinten, der Tag bei uns war ein grosser Erfolg und sie werden gern “jede Woche so einen Workshop mit den Schülern führen”

 

Die Kinder arbeiten.

Fertige Werke (oben) und die ganze Werkstattgruppe (unten, Fotos Urszula Henke)

Unten: Umrahmen der Werke (gemacht nur von den Erwachsenen, weil man dazu scharfe Messer benötigt)

Anbringen der Werke an die Fenster im Vorraum des grossen BVV-Sitzungssaales, wo sie bis 31. Mai 2017 zu sehen sind.

Im Juni geht die Ausstellung in die Marianne-Cohn-Sonderschule. Es sind noch zwei Präsentationen der Ausstellung geplant – zuerst in Stettin in der Redaktion von unsererm Partner “Kurier Szczecinski” (angefragt) und zum Ende des Jahres in der Universität in Zielona Góra.

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Am 23.05.2017 fand im Rathaus Kreuzberg die Ausstellungs-Finissage statt, mit dem Vortrag von Dr. Lidia Głuchowska „Rückkehr der Grafiken von Posen nach Berlin und zurück. Schicksal der Werke der polnischen Expressionistengruppe BUNT 1917-2017“ über die Spende von S. Karol Kubicki, den Sohn von Margarete und Stanisław Kubicki für das Nationalmuseum in Poznań (Posen) Regionalmuseum in Bydgoszcz (Bromberg) im Jahre 2015.

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Am 24. Mai wurde die Ausstellung abgebaut. Das Projekt wird weiter geführt.