Veranstaltungen im Buchbund

1. Res Polonica – Gespräch Nr 10: Betrojerinki – Pflegerinnen aus Polen // 07.12. / 19 Uhr

2. Externer Hinweis: Anna Wiatr im Gespräch mit Christiane Büchner im taz-Café // 08.12. / 19 Uhr

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1. Res Polonica – Gespräch Nr 10:  Betrojerinki – Pflegerinnen aus Polen

Donnerstag / 07.12. / 19 Uhr

“Um eine polnische Pflegerin in Deutschland zu werden, braucht man keine Qualifikationen. Man muss einfach nur loslegen. Was man in Deutschland braucht, sind Geduld, die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, und ein Laptop mit Skype. Nach zwei Monaten kann man dann um die 10.000 Złoty mit nach Hause nehmen und – vielleicht – die Frage, was einen noch in Polen hält.

Wer sich aber kaum vorstellen kann, sieben Tage die Woche, 22 Stunden am Tag für alte kranke Menschen auf Abruf stehen zu müssen, der sollte diese Reportage lesen.

“Betrojerinki” [Betreuerinnen] ist nicht bloß eine Geschichte über die Arbeit, die Tausende Polinnen im Auftrag ihrer westlichen Nachbarn verrichten, sondern auch eine Geschichte über den polnischen Staat, der ihnen kein Leben in Würde garantieren kann.”

Anna Wiatr – Soziologin, Journalistin und Bloggerin. Absolventin der Universität Wrocław, Doktor der Geisteswissenschaften, Spezialistin für Biografieforschung. In ihrer Doktorarbeit mit dem Titel Zwischen Leben und Tod: Identität und Sterben im Polen der Spätmoderne (2009) verarbeitete sie ihre Gespräche mit HospizpatientInnen und BewohnerInnen von staatlichen Altenpflegeheimen. Wiatr ist Autorin einer Reihe von Reportagen über Menschen mit Behinderung, die auf dem Internetportal pion.pl veröffentlicht wurden. Ihre narrative Interviewtechnik lernte sie bei Prof. Fritz Schütze an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. “Betrojerinki” (Krytyka Polityczna, 2017) ist ihr drittes Buch.

Das Gespräch wird simultan ins Deutsche gedolmetscht.

Moderation: Marcin Piekoszewski

Konzeption und Organisation: Lisa Palmes, Martin Brand, Marcin Piekoszewski

Gefördert von: Berlin – Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten und Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Partner: Instytut Reportażu (Warschau) und Trialog e.V. – Netzwerk junger Ideen.

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2. Externer Hinweis: Anna Wiatr im Gespräch mit Christiane Büchner im taz-Café 

Freitag / 08.12. / 19 Uhr

Beim fünften und letzten Teil der Reihe Transformacja wird Anna Wiatr auf die Filmemacherin Christiane Büchner treffen. Sie hat in ihrem Film „Family Business“ gezeigt, wie durch ökonomische Notwendigkeiten eine intime, aber auch konfliktreiche Verbindung zwischen fremden Menschen und zwei sehr unterschiedlichen Familien und ihren Geschichten entsteht: Jowita aus Lubin betreut Anne aus Bochum. Annes Töchter können die demente Mutter nicht pflegen.

Christiane Büchner hat die Geschichte ihres Films so umschrieben: „Wer als Kind in der Familie eines Freundes zu Gast war, mag sich vielleicht an die Intensität der Wahrnehmung von Kleinigkeiten erinnern, die so anders waren als in der eigenen Familie. In diese gewachsenen Normalitäten bricht nun in dieser Situation die Wirtschaftlichkeit fühlbar ein. Anne und Jowita treffen aufeinender. Für Jowita ist Annes Wohnung ein Arbeitsplatz. Für Anne ist Jowita mal eine Art Gast, mal eine Hausangestellte. Ihre Rolle ist für sie verwirrend.“

Moderation: Ulrich Gutmair, taz-Kulturredakteur

taz-Café, Rudi-Dutschke-Str. 23
Berlin-Kreuzberg

Eintritt frei

Transformacja ist eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit Trialog e.V., buchbund und taz-Café in Anlehnung an die Reihe Res Polonica in buchbund.