Vor 120 Jahren, am 4. Januar 1898 wurde Hermann Stöhr geboren

über dem wir, in unserem Verein seit Jahren immer wieder Projekte durchführen. Auf der Seite der Friedensbibliothek-Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gibt es folgendes über ihn zu lesen:

Entfernung von der Truppe

Kriegsdienstverweigerung und Desertion im Dritten Reich

… wenn einmal der Nebel sich verteilt hat, in dem wir leben, dann wird man sich fragen, warum nur einige, warum nicht alle sich so verhalten haben.
Martin Gauger

Dass Menschwerdung dann beginnt, wenn einer sich von der jeweiligen Truppe entfernt, diese Erfahrung gebe ich hiermit unumwunden als Ratschlag an spätere Geschlechter.
Heinrich Böll


Hermann Stöhr
1898 am 4. Januar in Stettin geboren
1914-1918 Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg
1919-22 Studium der Volkswirtschaft, Promotion
Ab 1923 Mitarbeit beim Internationalen Versöhnungsbund, verschiedene berufliche Tätigkeiten.
Ab 1931 arbeitslos “in Folge seiner pazifistischen Haltung”
1936 Gründung eines kleinen Verlages
1939 nach dem 2. März verweigerte er nach dem Erhalt des Einberufungsbefehls den Kriegsdienst, erklärte sich aber zum Ersatzdienst bereit. Am 31. August Festnahme in Stettin, am 10. Oktober zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. 17. November Eidverweigerung auf Hitler
1940 am 16. März Verurteilung zum Tode. Am 21. Juni um 6:00 Uhr Hinrichtung durch Enthauptung in Plötzensee.
Sein Grab fiel 1978 einer Autobahnplanung zum Opfer.


Eine Doku über unser Projekt zur Ehre von Hermann Stöhr und Stanisław Kubicki, zwei Pazifisten, einen Deutschen und einen Polen, die in der Zeit 1918 – 1939 Vorreiter der deutsch-polnischen Versöhnung waren, in der Zeit also, dass es noch lange keine Selbbstvärstendlichkeit war wie heute, sondern fast ein Staatsverrat, und die für ihr Tun mit dem höhsten Preis bezahlt haben – mit ihrem Leben.

Bericht Stoer Kubicki Dez2017