Vor Monaten schon…

Am 7. Mai 2015 zeigte Michał Rembas, polnischer Journalist und Historiker aus Stettin, in der Regenbogenfabrik in Kreuzberg seine Fotos von Relikten des Mittelalters, Naturwundern und Gedenktätten des letzten Krieges im Stargarder Land.

MichalRembas_maly Spontan entstand in mir der Wunsch, die mittelalterlichen Kirchen aus dem Stargarder Land während des nächsten Partnerschaftsbesuches in Stettin mit eigenen Augen zu sehen.

Unsere Städtepartnerschaftsgruppe in Stettin tat uns den Gefallen, Michał Rembas für einen Trip ins geschichtsträchtige Umland von Stargard zu engagieren.

Zwei Kirchen hatten es mir besonders angetan. Zum einen die Kirche der Zisterzienser aus dem 13./14. Jhdt. In in Kolbacz.

Eine Kirche mit Scheunentoren und Stallfenstern in den Außenmauern hatte ich noch nie gesehen. Die Lösung des Geheimnisses offenbarte uns der herbei geeilte Pfarrer, der im frisch renovierten Innenraum der “Halbkirche” die Teilung des Kirchengebäudes mit den Umwälzungen im kirchlichen Bereich während der Reformation  begründete. Seit ca. 500 Jahren wird die Hälfte des Kirchenbaus für landwirtschaftliche Zwecke genutzt.

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Die Kirche in Brzesko, die von einer hohen Mauer umgeben ist, bietet zwei Kulturgüter. Das eine befindet sich im Kirchhof, sieht aus wie ein Eiskeller, ist aber ein sogenanntes Hl. Grab, das einzige, das es in dieser Form Polen gibt und das proportional dem Hl. Grab in Jerusalem entsprechen soll.

Im Innenraum der Kirche muss man den Kopf in den Nacken legen, um die wunderbar bemalte Holzdecke betrachten zu können.

Leider konnte diese mittelalterliche Arbeit nicht völlig erhalten werden, sodass im Mittelteil eine Lücke klafft. Aber Teile von Fresken an den Wänden, die Decke und wunderschöne, farbige Glasfenster machen diese Kirche zu einem Kleinod, für das sich die Fahrt ins Stargarder Land auf jeden Fall lohnt.

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