Vorteile der Hinterhofbegrünung und der Gemeinschaftsgärten 

  1. Vorteile der Hinterhofbegrünung und der Gemeinschaftsgärten

 

Grüne Hinterhöfe, Fassaden und Dächer tragen zur Verbesserung der Luftqualität, des Stadtklimas und unseres Lebensumfeldes bei und sind eine wichtige Maßnahme zur Anpassung der Stadt an den Klimawandel. Sie tragen zur Verminderung der CO2-Belastung und zur Schonung des Grundwassers bei. Im Sommer ist die kühlende Wirkung von Pflanzen in der Innenstadt besonders wohltuend. Außerdem haben grüne Hinterhöfe eine positive Wirkung auf die Stadtnatur und bieten Lebensräume und kleine Oasen für Insekten, Vögel und andere Lebenswesen (Sethmann, 2012; Kaczanowski, 2001; Gehrke, 2012).

Die Begrünung und eine gemeinsame Gestaltung der Hinterhöfe sorgen auch für ein gutes soziales Klima. Durch die gemeinsame Arbeit, Umgestaltung und Bepflanzung des Hofes wird die Hausgemeinschaft gestärkt (Sethmann, 2012).

Infolge der Corona-Pandemie hat die Bedeutung der Hinterhöfe als Rückzugsorte für Stadtbewohner*innen und als wichtiger Treffpunkt für die Nachbar*innen noch zugenommen. Laut Julius Betschka, Anna Thewalt und Sinan Reçber sorgten Berliner Hinterhöfe in der Zeit der Kontaktsperre für ein Stück Freiheit und Normalität (Betschka et al., 2020). Zu ähnlichen Schlussfolgerungen sind die Stettiner*innen gekommen, mit denen wir im Rahmen dieses Projektes gesprochen haben. Somit wächst die Wertschätzung solcher grünen Oasen in der Stadt weiter.

Laut einer systematischen Review zum existierenden Forschungsstand zu verschiedenen Gemeindeprojekten können Gemeinschaftsgärten, wie grüne Hinterhöfe bzw. urbane Gärten, einen positiven Einfluss auf die Gemeinde und ihre Bewohner*innen haben (What Works Wellbeing, 2018).

Beispielsweise können Gemeinschaftsgarteninitiativen den Zusammenhalt der Gemeinschaft erhöhen, indem die Vermischung verschiedener kultureller und sozioökonomischer Gruppen gefördert wird. Gemeinschaftsgärten bringen Menschen zusammen und pflegen Beziehungen zwischen Gruppen, sodass Menschen aus verschiedenen ethnischen Gruppen oder Altersgruppen die Möglichkeit haben, miteinander zu interagieren (What Works Wellbeing, 2018). Dem Review nach stärken die Gemeinschaftsgärten auch das Gemeinschaftsgefühl und die positiven sozialen Interaktionen. Sie tragen dazu bei, die Stereotypen der Teilnehmenden gegenüber anderen Mitglieder*innen der Gemeinschaft zu zerstreuen, da alle Schulter an Schulter arbeiten. Dabei können Gemeinschaftsgärten das Wohlbefinden der Familie verbessern, indem sie Familien etwas bieten, das sie gemeinsam tun können. Solche Projekte schaffen auch einen attraktiven Raum und beleben die Gemeinschaft wieder, einschließlich der Reduzierung der Kriminalität (What Works Wellbeing, 2018).

Darüber hinaus werden Gemeinschaftsgartenprojekte als angenehm empfunden und helfen den Menschen, ein Gefühl der Leistung und Erfüllung zu entwickeln. Sie verbessern auch ihr Wissen über die Gartenarbeit, den Naturschutz und eine gesunde Ernährung. Die Teilnahme an Gemeinschaftsgartenprojekten erhöht den Stolz der Teilnehmenden auf die Gemeinde oder den Ort, und die regelmäßige Interaktion mit dem Garten trug dazu bei, ein Gefühl der Eigenverantwortung zu entwickeln (What Works Wellbeing, 2018).

Im Review wurde auch untersucht, welche Ansätze mit größerer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führten, und welche Verfahren weniger hilfreich waren. Laut der Untersuchungsergebnisse ist die Beteiligung von Bewohner*innen der Gemeinde an Aktivitäten oder Versammlungen sehr wichtig, wenn das Projekt erfolgreich sein soll. Bewohner*innen sollten die Möglichkeit haben, sich an der Organisation und Planung von Änderungen zu beteiligen. Zwei Studien im Review, die keine Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen zeigten, waren beide Top-Down-Stadterneuerungsprojekte, was zeigt, dass das Bottom-Up-Prinzip solchen Projekten immer begleiten soll (What Works Wellbeing, 2018). Das wurde auch von den Aktivist*innen während unserer Interviews bestätigt.

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen ist Janna Gehrke bereits 2012 gekommen. In ihrem Beitrag im Nabu-Impuls SLF betrachtet sie das großes Transformationspotenzial der urbanen Gemeinschaftsgärten, die Teil der oft politischen, aber vor allem sozial-ökologischen Bewegung sind, „für eine sozial gerechtere und ökologisch nachhaltige Gestaltung der Städte.“ (Gehrke, 2012, S. 5).

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